Warum Natur?

Weil unser Gehirn Ruhe liebt und Natur uns gut tut.

 

Du denkst: „Naturcoaching? Ist das so ein Räucherstäbchen-Ding? Mit Baumhugging und Mondphasentanzen?“

Nein. Bei mir nicht. Meine Ausrichtung ist ganz klar wissenschaftlich basiert und neurobiologisch orientiert.

Dennoch ist die Natur nicht nur schöne Kulisse oder Mittel zum Zweck. Sie ist der beste Beweis: die Evolution liebt Vielfalt – und nicht Einfalt. Im Coaching ist sie aktiv beteiligt und arbeitet mit. Auf ganz besondere, für neurodivergente Menschen unfassbar wirksame Art und Weise entfaltet sie ihren ganz eigenen Zauber.

Hier sind vier überzeugende Gründe, warum ich mit dir raus ins Grüne gehe, anstatt in Räumen zu hocken:

① Ruhe im Kopf

Das menschliche Gehirn kennt zwei Aufmerksamkeits-Modi: im Fokus-Modus sind wir hoch konzentriert, lösen schwere Aufgaben und komplizierte Probleme. Lauschen wir dem Plätschern eines Baches oder folgen dem Zug der Wolken, switched das Gehirn in den soften Faszinations-Modus. Naturräume haben evolutionär bedingt einen beruhigenden Effekt auf unser Nervensystem. Der moderne Stadtmensch befindet sich aber dauerhaft im stressigen Fokus-Modus, was sehr viel Energie kostet und erschöpft. Gehen wir dann in den Wald, wirkt das direkt beruhigend. Blutdruck und Herzfrequenz sinken nachweislich, ganz von allein. Die Natur schenkt uns die Entspannung, die wir so dringend brauchen.

② Das Chill-mal-Signal

Viele neurodivergente Menschen stehen unter Daueranspannung.

Die komplexen Multitasking-Anforderungen im Job oder Alltag stressen enorm. Hinzu kommt ein Dauerbeschuss von äußeren Reizen, die wir nicht so gut wegfiltern können, wie neurotypische Menschen. Beides führt zu konstanter Hab-Acht-Stellung in der Amygdala – unserem Stresszentrum im Gehirn. Sie reagiert darauf hypersensibel und ist dann konstant in Alarmbereitschaft.

Bei einem Spaziergang durch den Wald beruhigt sich die Amygdala schnell wieder und senkt ihre Aktivität. Diesen Effekt gibt es nachgewiesenerweise in der Stadt nicht.

Der Wald sagt deinem Nervensystem ganz liebevoll: Entspann dich, meine Liebe, Du bist hier safe und musst nichts leisten. Du darfst einfach nur SEIN. Und genau hier beginnt die Verwandlung, hier entdeckst du dein wahres, unverblümtes ICH.

③ Stopp dem Gedankenkarussell

Du kennst das: Gedanken, die sich endlos im Kreis jagen. Nonstop. Immer wieder. Besonders nachts. Diese Grübelkreisel werden in der  Psychologie Rumination genannt, kosten viel Kraft und laugen uns aus.

Neurodivergente und vielbegabte Gehirne sind absolute Großmeister in dieser Disziplin!

Wenn wir in der Natur sind, reduziert sich die Aktivität der Hirnregionen, die für die Kirmes im Kopf verantwortlich sind. Messbar. Nachweisbar.

Die Natur stoppt das laute logisch-analytische Geplapper. Das Gedankenkarussel hört auf sich zu drehen. Die Welt wird leiser und du kannst endlich wieder der leisen Stimme deiner Intuition lauschen.

④ hinschauen und entspannen

Das neurodivergente Gehirn hat einen schwachen Reizfilter. Das macht uns sehr sensibel für grelles Licht, kratzende Kleidung oder penetrante Geräusche – oder auch zu viele Menschen. Das kann stark belasten und uns den letzten Nerv rauben, weil wir es nicht ausschalten können.

Vieles in der Natur besteht aus sogenannten Fraktalen – sich wiederholenden Mustern. Du siehst sie in Farnblättern, Baumkronen oder Blütenblättern. Der Wald ist voll davon.

Evolutionär bedingt liebt unser Hirn diese Muster und verarbeitet sie mit entspannter Leichtigkeit.

Die Natur wirkt wie eine sofortige visuelle Reizreduktion auf unser stets aktives Gehirn. Das Stresssystem fährt herunter, beruhigt sich und gewinnt neue Energie zurück. Die Natur ist die beste Medizin für ein überreiztes Nervensystem.

Um es mal auf den Punkt zu bringen:

Neurodivergenz und Natur haben unglaublich viel gemeinsam. Beide sind wild und ungezähmt, es gibt keine geraden Wege. Stattdessen ist alles miteinander verbunden und vernetzt. Ein schillerndes Kaleidoskop aus fantastischen Formen- und Farbvarianten. Und doch liegt im scheinbaren Chaos eine tiefe Ordnung und Ruhe, gibt es Strukturen und Muster. Rythmus und Wiederholungen. Sommer und Winter. Heiß und Kalt. Alles wandelt sich und ist doch auf verlässliche Weise stabil. Genau wie wir. Wir sind nicht stromlinienförmig, nicht von der Stange und keine Standartmodelle. Wir sind einzigartig, komplex und auch kompliziert. Eben einfach wunderbar.

Kannst du fühlen, dass es hier um dich geht?